ACPR: Die französische Broker-Regulierung

Wie in allen europäischen Ländern, wird auch in Frankreich eine Kontrolle des Finanzdienstleistungssektors durchgeführt. Zuständig ist hierfür die French Prudential Supervision and Resolution Authority, kurz ACPR, die aus der ehemaligen Autorité de controle prudentiel (ACP) hervorging. Im Zuständigkeitsbereich der Behörde befindet sich der gesamte Finanzdienstleistungssektor, zu dem neben Brokern zum Beispiel auch Versicherungen und Banken gehören. Unterstellt ist die ACPR dabei keiner echten Behörde, sondern der französischen Zentralbank, der Banque de France.

Geschichte der ACP: Ein langer Weg zur zentralen Regulierung

Nachdem in Frankreich lange mehrere Institutionen für die Regulierung des Finanzmarktes zuständig waren, wurde diese im Jahr 2010 an die Autorité de controle prudentiel übergeben. Diese sollte fortan die Aufgaben der französischen Banken- und Versicherungsbehörde übernehmen und war damit ganz allein für den Finanz-Binnenmarkt verantwortlich. In erster Linie sollte sichergestellt werden, dass Investoren und Unternehmen gleichermaßen einen leichten und einfachen Zugang zum Finanzmarkt erhalten. Auch die Transparenz der Branche sollte durch die Behörde deutlich gefördert werden. Die Aufgaben bestehen noch heute, allerdings hat sich der Dienstbereich mittlerweile deutlich vergrößert.

Das war letztendlich auch einer der Gründe für den Namenswechsel in Autorité de controle prudentiel et de résolution, der im Jahre 2013 vollzogen wurde. Seit jeher ist die ACPR nicht nur für den eigenen Markt zuständig, sondern kooperiert auch mit anderen europäischen Regulierungsbehörden und garantiert so die Stabilität des grenzüberschreitenden Wertpapierhandels.

So sieht die ACP-Regulierung aus

Wie bereits erwähnt, fallen in den Tätigkeitsbereich der ACP nicht nur Online Broker, sondern auch andere Dienstleister aus dem Finanzsektor. Die Regulierung sieht dabei aber in den meisten Fällen gleich aus. Sollten die Unternehmen nicht mehr den vorgegeben Erwartungen entsprechen, droht im schlimmsten Fall der Lizenzentzug. In diesem Fall wäre zum Beispiel ein Broker nicht mehr berechtigt, seine Dienstleistung in Frankreich anzubieten. Hierbei handelt es sich aber um einen Extremfall, für den schwerwiegende Verstöße notwendig sind.

Nichtsdestotrotz muss bei der Regulierung in zwei verschiedene Aspekte unterschieden werden. Zum einen werden alle Anbieter, die ihren Sitz in Frankreich haben, ganz offiziell von der ACP reguliert. Zuständig ist in diesem Fall ausschließlich die französische Regulierungsbehörde, die vollständig die Kontrolle über den Dienstleister übernimmt. Die zweite Methode ist die Registrierung bei der ACP, der eine Regulierung bei einer anderen Regulierungsbehörde vorausgeht. In diesem Fall wird also in einem anderen Land reguliert, wobei durch die Registrierung für alle französischen Nutzer noch einmal eine zusätzliche Sicherheit gewährleistet wird.

Um die Interessen des Finanzmarktes durchzusetzen, kann die ACP aber nicht nur Tätigkeitsverbote aussprechen, sondern zum Beispiel auch bei den Behörden Ermittlungen gegen bestimmte Personen veranlassen. Im Falle der Registrierung jedoch werden die Informationen in der Regel „nur“ an die regulierende Behörde weitergebenen. Eine „typische“ Regulierungsbehörde für die französischen Broker ist zum Beispiel die zyprische CySec.

Ist die Regulierung durch die ACP sicher?

Wird ein Unternehmen mit Sitz in Frankreich von der ACP, bzw. ACPR reguliert, so können die Nutzer davon ausgehen, dass es sich hierbei um ein sicheres und seriöses Angebot handelt. Der Broker oder Dienstleister wird laufend kontrolliert und musste auch für den Erhalt der benötigten Lizenzen bereits einige Anforderungen erfüllen. Insofern ist hier die höchste Sicherheit garantiert. Ähnlich, wie es die deutschen Investoren von der BaFin, oder die britischen Investoren von der FCA kennen.

Die Registrierung bei der ACP kann ebenfalls vollständig als sicher und wertig bezeichnet werden. Damit diese überhaupt möglich ist, muss nämlich eine Regulierung durch eine andere europäische Behörde erfolgen. Nur dann können sich Anbieter überhaupt bei der ACP registrieren lassen. Die Registrierung bildet vereinfacht gesagt also eine doppelte Absicherung, die natürlich speziell für die Kunden aus Frankreich sehr wertvoll ist. Unterm Strich lässt sich also festhalten, dass hier in beiden Fällen kein Grund zur Sorge besteht.

Beispiele für Broker mit ACP-Regulierung

Bisher lässt sich bei einem Blick auf den französischen Markt eine klare Tendenz erkennen: Wirklich ansässig in Frankreich sind nur die wenigsten Broker. Insofern sollte es keinen Kunden überraschen, wenn nur sehr wenige Broker von der ACP reguliert werden. Stattdessen ist es so, dass die meisten Anbieter ihren Sitz in einem anderen Land haben und lediglich bei der ACP registriert sind. Das ist zum Beispiel meist dann der Fall, wenn der Broker Zypern als Hauptsitz gewählt hat, sein Portfolio aber dennoch in Frankreich offerieren möchte. Passende Beispiele wären in diesem Fall IQ Option, 24option oder EZTrader. Alle drei Broker werden von der CySec reguliert, sind aber gleichzeitig bei der ACP registriert. Weitere Broker sind:

Fazit: In jedem Fall sicher

Bei der ACP-Regulierung muss klar in Registrierung und Regulierung unterschieden werden. Die echte Regulierung durch die französische Behörde kommt nur in den wenigsten Fällen zustande, da Frankreich als Standort im internationalen Vergleich nicht unbedingt die größten Vorzüge liefert. So kommt es, dass die meisten Broker mit einer Registrierung bei der ACP ausgestattet sind. Das bedeutet für die Nutzer aber keinen Nachteil, sondern verspricht speziell für Investoren aus Frankreich einen doppelten Schutz. Zuständig ist die ACP für den gesamten Finanzsektor, so dass neben Brokern auch Versicherungen und Banken kontrolliert werden. Diese zentrale Regulierung ist ein guter Schritt, um Kontrolllücken zu schließen und wird in Zukunft sicher noch zu einem weiteren Wachstum im Bezug auf die Broker beitragen.

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