ASIC: Die australische Broker-Regulierung

Die Australian Securities and Investment Commission, kurz ASIC, ist eine von zwei zuständigen Regulierungsbehörden auf dem australischen Finanzmarkt. Selbstverständlich müssen auch hier gewisse Mindeststandards eingehalten werden, die denen in Europa oder den Vereinigten Staaten in vielen Fällen sogar sehr ähneln. Reguliert werden von der ASIC nicht nur Broker, sondern auch andere Finanzdienstleister und Kreditinstitute. Grob gesagt handelt es sich hierbei also um einen „Verwandten“ der deutschen BaFin, zyprischen CySec oder britischen FCA.

Geschichte der ASIC

Die australische Finanzaufsicht wurde bereits im Jahre 1991 gegründet und in Folge des Australian Securities Commission Act im Jahre 1989 ins Leben gerufen. Aus der intensiveren Kontrolle des Finanzmarktes hat sich schließlich ergeben, dass seit dem 1. Juli 1998 auch die ASIC existiert. Zuständig ist die Behörde dabei aber nicht alleine, denn neben ihr agiert auch noch die Australien Prudential Regulation Authority. Während diese Behörde aber vor allem für die Zulassung und Beaufsichtigung von Kreditinstituten, Lebensversicherungsunternehmen und Pensionsfonds verantwortlich ist, fallen in den Aufgabenbereich der ASIC zahlreiche andere Themenbereiche.

Hierzu gehören in erster Linie der Wertpapierhandel, der bis 1998 ausschließlich von der Finanzaufsicht reguliert wurde, der Handel mit Derivaten und andere Tätigkeiten im Bereich der Finanzdienstleistungen. Neben der Regulierung dieser Märkte liegt ein wichtiger Bereich im Aufgabenfeld aber auch im Schaffen von Vertrauen beim Konsumenten, welches durch intensive Kontrollen und Prüfungen gefördert werden soll. Unterm Strich soll die ASIC also dafür sorgen, dass der australische Finanzmarkt weiterhin leistungs- und wettbewerbsfähig bleibt.

Wie reguliert die ASIC?

Bei einer Regulierung durch die ASIC muss generell in zwei verschiedene Bereiche unterschieden werden. Zum einen existiert eine ganz „normale“ Regulierung für alle Unternehmen, die sich als Sitz Australien ausgesucht haben. In diesem Fall wird der Dienstleister vollständig von der australischen Behörde reguliert und kontrolliert. Darüber hinaus ist es aber auch möglich, dass Broker oder Dienstleister von einer anderen Behörde reguliert werden und lediglich bei der ASIC registriert sind.

Hier besteht ein kleiner aber feiner Unterschied, denn bei der Registrierung ist die ASIC nicht voll und ganz für den Anbieter zuständig. Stattdessen handelt es sich bei diesem Fall um eine andere Regelung, da der Dienstleister im Land seines Hauptsitzes bereits reguliert wird. Diese Registrierung dient dann lediglich als zusätzliche Absicherung für die australischen Kunden, die sich sicher über eine Kontrolle durch die heimatlichen Behörden freuen. Sollte eine Regulierung durch die ASIC stattfinden, wird hierdurch in erster Linie der Konsument geschützt. Gleichzeitig stellt die Behörde aber auch sicher, dass gewisse Mindeststandards für den internationalen Finanzhandel erfüllt werden.

Wie wertig ist die Regulierung durch die ASIC?

Für Nutzer aus Australien kann es vermutlich keine bessere Regulierung geben, als die der heimatlichen ASIC. In gewisser Weise ist die Behörde mit der deutschen BaFin oder der britischen FCA zu vergleichen, die in vielen Fällen ebenfalls nur als registrierendes Organ auftreten. Das alleine allerdings reicht bereits vollkommen aus, denn dieser Registrierung geht immer eine Regulierung durch eine der internationalen Behörden voraus. Ist ein Broker also bei der ASIC registriert, können sich die Nutzer in jedem Fall auf ein sicheres und seriöses Angebot gefasst machen.

Selbiges gilt natürlich auch für die Unternehmen, die von der ASIC aufgrund ihres Hauptsitzes ganz offiziell reguliert werden. Diese Dienstleister sind sozusagen für die „echten“ Australier, die auch die Regulierung ihres Brokers lieber in den Händen der eigenen Behörden wissen. Sicherheitsbedenken müssen die Nutzer aber in beiden Fällen nicht haben.

Ist ein Broker noch nicht im Besitz einer derartigen Registrierung oder Regulierung, muss das nicht zwingend etwas Schlechtes bedeuten. Viele Anbieter, die ihr Portfolio in Australien zur Verfügung stellen, haben bislang ausschließlich die Regulierungen der anderen Behörden hervorgehoben, da diese vollkommen ausreichend ist. Generell lässt sich also festhalten, dass der Ort der Regulierung eher eine untergeordnete Rolle einnimmt. Wichtig ist aber, dass die Broker reguliert werden.

Beispiele für Broker mit ASIC Regulierung

Die Broker für binäre Optionen sind größtenteils noch sehr zurückhaltend mit einem Umzug nach Down Under und unterliegen daher auch noch keiner Kontrolle der australischen Finanzaufsichtsbehörde. Das liegt hauptsächlich daran, dass andere Unternehmensstandorte bisweilen noch einige Vorteile gegenüber dem exotischen Kontinent aufweisen. Zypern beispielsweise hat sich mit der Einführung der CySec einen Namen als hervorragender Standort mit angenehmen Regularien und Gesetzen gemacht.

Allerdings agieren die meisten Broker für binäre Optionen mittlerweile global und haben demnach auch den australischen Markt auf ihr Radar gesetzt. So ist es keine Seltenheit, dass Broker zumindest bei der ASIC registriert sind. Anders ist es bei den Brokern für Forex und CFD, denn hier haben sich bereits einige Anbieter in Australien angesiedelt. Der bekannteste Vertreter dürfte dabei Plus500 sein, der auf dem dortigen Markt mit Plus500AU aktiv ist. Dieses Dienstleister wird vollständig von der ASIC reguliert.

Weitere Broker sind:

Fazit: Die ASIC gibt den Rahmen vor

Die ASIC hat in Australien eine ähnliche Bedeutung wie die deutsche BaFin oder britische FCA. In erster Linie beschäftigen sich die Behörden mit den Registrierungen, die durch Regulierungen in anderen Ländern aufkommen. Hierbei handelt es sich um ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal, welches die Broker ihren australischen Nutzern an die Hand geben wollen. Wirkliche Regulierungen durch die Behörde sind hingegen eine Seltenheit. Bislang ist der Standort Australien für die Broker noch nicht sonderlich attraktiv. Ob sich dies in den kommenden Jahren ändern wird, bleibt abzuwarten. Aufgrund der Globalisierung des Marktes allerdings ist anzunehmen, dass in der Zukunft noch weitere Broker zumindest bei der ASIC registriert werden.

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