CNMV: Die spanische Broker-Regulierung

Bei der Comisión Nacional del Mercado de Valor, kurz CNMV, handelt es sich um die spanische Aufsichts- und Regulierungsbehörde für den Wertpapierhandel. Genau wie viele andere Regulierungsbehörden, darunter die deutsche BaFin, untersteht die spanische CNMV einem Ministerium. In diesem Fall ist es das spanische Wirtschafts- und Finanzministerium. Zuständig ist die Regulierungsbehörde aber nicht nur für den Wertpapierhandel. Stattdessen fallen alle Finanzdienstleistungen des südeuropäischen Landes in den Aufgabenbereich der CNMV.

Die Geschichte der CNMV

Gegründet wurde die Regulierungsbehörde, die ihren Sitz heute in der spanischen Stadt Madrid führt, am 28 Juli 1988. Ausschlaggebend hierfür war der sogenannte „Stock Market“, bzw. das law 24/1988, welches eine bessere Kontrolle auf dem heimischen Finanzmarkt und Wertpapierhandel bringen sollte. In den Folgejahren gab es durchaus den Versuch, die Behörde umzustrukturieren. Allerdings sind die Grundsätze und Regularien bis heute erhalten geblieben.

Zuständig ist die Regulierungsbehörde dabei nicht nur für die spanischen Broker, sondern für alle Dienstleister aus dem Finanzbereich. Im Detail sind das zum Beispiel die Unternehmen, die öffentlich Wertpapiere emittieren, aber auch Anlagegesellschaften. Ergänzend dazu wird von der Behörde sichergestellt, dass die Transaktionen sicher ablaufen und die beteiligten Unternehmen auch die Zahlungssicherheit gewährleisten können. Ebenfalls in den Aufgabenbereich fällt die Vergabe der ISIN Nummer für die in Spanien emittierten Wertpapiere.

International gehört die spanische CNMV zu den bekanntesten Regulierungsbehörden und ist auch im europäischen Finanzhandelt sehr gut verknüpft. So handelt es sich um ein aktives Mitglied der International Organisation of Securities Commission (IOSCO) und der European Securities Market Authority (ESMA). Im Committee of European Securities Regulators (CESR), die vorher die Aufgaben der ESMA übernahm, war die spanische CNMV ebenfalls aktiv. Innerhalb der EU-Kommission hat die CNMV eine beratende Position inne und unterstützt die Union zum Beispiel bei der Wertung von Finanzmärkten in möglichen Beitrittsländern. Die Grundlage der Arbeit wird dabei von den Richtlinien der MiFID und MAD gebildet.

Wie sieht die Regulierung der CNMV aus?

In erster Linie ist die Institution dafür verantwortlich, die Transparenz der spanischen Finanzmärkte aufrechtzuerhalten und dabei Sicherheit bei allen Transaktionen zu gewährleisten. Darüber hinaus fällt auch der Schutz der Investoren in den Aufgabenbereich der spanischen Behörde. Zuständig ist die CNMV als regulierende Behörde nur für Unternehmen, die ihren Sitz in Spanien führen. Darüber hinaus ist es aber auch möglich, dass die Dienstleister nur bei der CNMV registriert sind. In diesem Fall wird die Regulierung von einer anderen europäischen Behörde übernommen. Selten ist diese Methode nicht und wird zum Beispiel auch rund um die deutsche BaFin so gehandhabt.

Wichtig ist hierbei jedoch, dass Broker bislang noch nicht von der CNMV reguliert werden. So können die Spanier beim Handel mit Forex oder binären Optionen bisher ausschließlich auf eine Registrierung bauen. Gängig ist es in diesem Fall, dass der Broker von der zyprischen CySec oder einer anderen europäischen Behörde reguliert wird.

Wie werthaltig ist die Regulierung durch die CNMV?

Da im Bereich der Broker bislang noch keine Regulierungen durch die CNMV durchgeführt werden, siedeln sich die Unternehmen natürlich auch nicht in Spanien an. Die Registrierung bei der CNMV ist allerdings ähnlich werthaltig anzusehen, da hier bereits durch eine andere Behörde reguliert wird. Sicherheitsbedenken müssen bei den Anlegern also keinesfalls bestehen, zumal es sich hierbei um ein gängiges Verfahren handelt. Ein Standort wie Zypern ist aufgrund der Gesetzeslage deutlich interessanter für die Broker und wird daher auch bevorzugt gewählt. Selbstverständlich wird dabei aber immer gemäß den europäischen Regelungen und Vorgaben reguliert.

Diese Broker sind bei der CNMV registriert

Registriert sind bei der CNMV natürlich vor allem die Broker, die ihren Service auch in Spanien anbieten. Für die spanischen Nutzer bietet die Registrierung bei der Behörde im Heimatland einen zusätzlichen Vertrauensbeweis und garantiert dem Broker daher im Umkehrschluss vermutlich einen größeren Zulauf. Bekannte Broker, die bereits in Spanien registriert sind, sind zum Beispiel BDSwiss, 24option oder Banc de Binary. Da der Markt aber zunehmend größer wird und auch die Spanier immer größeres Interesse zeigen, ist in der Zukunft noch mit deutlich mehr Brokern zu rechnen, die sich bei der CNMV registrieren lassen.

Weitere Broker sind:

Eine Regulierung durch die spanische Behörde ist aktuell noch nicht möglich. Wie sich das Land in Zukunft gegenüber dem Forex-Handel und Trading mit binären Optionen öffnen wird, ist aber noch unklar.

Fazit: Registrierung gewährleistet Seriosität

Auch wenn eine Regulierung bei der spanischen Behörde bislang noch nicht durchgeführt wird, ist die CNVM doch deutlich am Handel mit Forex oder binären Optionen beteiligt. Die Regulierungsbehörde tritt als registrierendes Organ auf und gewährleistet damit allen Spaniern ein noch größeres Sicherheitsgefühl, als es nur eine Registrierung bei einer anderen europäischen Behörde tun würde. Daran ist nichts Ungewöhnliches zu finden, denn in der Regel suchen sich die Broker wirtschaftlich interessantere Standorte aus. In den letzten Jahren hat sich der Markt jedoch stark ausgedehnt und auch die spanischen Anleger zunehmend ins Auge gefasst. In Zukunft wird sich dies vermutlich ähnlich gestalten, da die Broker ihre Fühler immer weiter ausstrecken. Somit bleibt eine interessante Entwicklung abzuwarten, die aber in jedem Fall auch in Zukunft Sicherheit und Transparenz für den spanischen Wertpapier- und Finanzdienstleistungshandel bietet.

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